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Schwimmbad der Ballettschule
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 Bericht aus der Nordwest-Zeitung vom 11. Januar 1996:
Text: Gabriele Heins
Zaghafte Schritte am Beckenrand
25 Jahre Ballettschule Steigerwald: Pokale und Urkunden nach ungewöhnlichem Start
Tanz ist für sie mehr als Muskeltraining und Schrittkombinationen. Die Verschmelzung von Körper und Musik ist auch mehr als nur ein "schöner Moment". Für Thérèse und Kurt Steigerwald fördert Tanz das Selbstbewusstsein und die Disziplin. Und diese beiden Gaben vermitteln die beiden Leiter der Ballettschule Steigerwald Eleven seit nunmehr 25 Jahren.
Doch die ersten Schritte von der Bühne zum Übungsraum waren für das Ehepaar eher "schwierig und traurig". Als der Ballettdirektor und die Erste Solistin des Oldenburger Staatstheaters im Jahr 1971 |  | 
ihre Schule in Ohmstede eröffnet hatten, blieb der Ballettsaal oft leer. Erst ein Blick auf den privaten Swimmingpool brachte Kurt Steigerwald die rettende Idee: Er bot die damals noch ungewöhnlichen Schwimmkurse für Kleinkinder an - und eine Welle von Anmeldungen überschwemmte die Schule. Als es immer mehr Sprösslinge vom Beckenrand an die Stange zog, war der Anfang gemacht. Und als 1976 in der Weser-Ems-Halle schließlich Steigerwalds erste große Ballettproduktion "Die Puppenfee" bejubelt wurde, atmete das Ehepaar endlich auf.
Nach einem Vierteljahrhundert Tanzpädagogik in Disziplinen wie Ballett, Jazz oder Stepp haben die Französin und der ehemals jüngste Ballettmeister Deutschlands nun allen Grund zum Strahlen: Alle fünf Jahre brillieren ihre Schüler in der Weser-Ems-Halle, Pokale glänzen auf einer Kommode, Urkunden tapezieren die Übungsräume im Erdgeschoss der Schule. Denn auf mehreren bundesweiten Wettbewerben haben sich Steigerwalds Schüler die ersten Plätze ertanzt. |  | 
Die Krönung und für sie "Resultat einer kontiniuierlichen Arbeit" bedeutete für sie das vergangene Jahr, als sie mit dem Prädikat der erfolgreichsten Ballettschule Deutschlands von einem Münchener Wettbewerb nach Oldenburg zurückgekommen sind. Dass beide schon lange nicht mehr selbst auf der Spitze und im Rampenlicht stehen, stört sie keineswegs.
Für sie ist es ein Erfolg zu sehen, wie sich Kinder entwickeln, wie aus gekrümmten Rücken und schlurfenden Schritten eine grazile Haltung wird. Manche Ehemaligen haben sogar die Stufen zu Theaterbühnen erklommen oder leiten mittlerweile eigene Schulen. Thérèse Steigerwald stehen viele der derzeit rund 130 Schüler so nah wie eigene Kinder. Viele bleiben über ein Jahrzehnt an der Stange, und ihre "Montagsgruppe" tanzt bei ihr sogar schon seit 20 Jahren. Seit Anfang 1996 hat das Ehepaar auch Stepptanz für Kinder im Programm. Für die Zukunft wollen sie jedoch vor allem das bewährte Angebot pflegen: "Den Standard bewahren und den Menschen Freude bereiten", ist ihr Ziel. Und so zeigten sie im Oktober 1996 anlässlich ihres Jubiläums in der Weser-Ems-Halle eine Aufführung mit den "schönsten Choreographien aus 25 Jahren".
Wie immer werden kaum Jungen in der Reihe tanzen. Denn nur zwei männliche Tänzer zählen Steigerwalds derzeit. Ein Phänomen, das sie auf das hartnäckige Vorurteil schieben, Tanz sei eine "feminine Sache". "Nein, Tanz ist geschlechtslos", kontert Kurt Steigerwald energisch - und gibt als ehemaliger Solotänzer selbst das beste Beispiel dafür ab. Doch ein Leben für den Tanz zu opfern, das raten sie nur den ganz wenigen besessenen Eleven. "Wie waren sogar überbesessen", sagt Kurt Steigerwald. Seine Frau nickt und fügt hinzu: "Heute könnte ich ohne zu unterrichten gar nicht mehr leben."
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