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Bericht aus der Nordwest-Zeitung vom 22. Mai 1998:
Text: Karsten Röhr
Kurt Steigerwald hat ein halbes Jahrhundert Ballett mitgeprägt.
Er lebt mit und für den Tanz. Jetzt wurde der Schulleiter mit der Großen Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.
Oldenburg. Der Ballettanz in Oldenburg ist fest mit einem einem großen Namen verknüpft: Seit fast 30 Jahren tanzt und lehrt und choreographiert Kurt Steigerwald in dieser Stadt. Ein Ballettprofi, der ein halbes Jahrhundert die deutsche Tanzszene entscheidend mitgeprägt hat. Genauso lange ist Kurt Steigerwald Mitglied in der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger. Dafür wurde der Leiter der nach eigenen Angaben einzigen staatlich anerkannten Ausbildungsschule für Ausbildungstanz in Weser Ems jetzt ausgezeichnet.
Der Wahl-Oldenburger blickt auf eine glanzvolle Ballett-Karriere zurück, die sehr unglücklich begann. Als Siebenjähriger erkrankte er an einer tuberkulösen Kniegelenkentzündung und wurde nach zweijähriger Behandlung mit einem um acht Zentimeter verkürzten Bein wieder aus der Klinik entlassen. Ein zweites Schlüsselerlebnis: seine schwere Verwundung im Krieg. Doch trotz eines Hals- und Unterkieferdurchschusses und auf 45 Kilogramm abgemagert nahm Kurt Steigerwald das Training wieder auf und fand sein erstes Engagement als Solotänzer beim Münchner Kammerballett. Mit Fleiß, ungeheurem Willen und einer außergewöhnlichen Veranlagung erarbeitete sich der Tänzer schon früh zahlreiche Hauptrollen und wurde als bester bundesdeutscher
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Vor 50 Jahren begann die Ballettlaufbahn des jungen Kurt Steigerwald mit beeindruckenden Sprüngen wie diesem. Heute leitet er mit seiner Frau Thérèse Jolly die Oldenburger "Ballettschule Steigerwald".
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Nachwuchstänzer ausgezeichnet. Beeinflusst von Solotanz-Vorbildern wie Gret Palucca, Dore Hoyer und vor allem Harald Kreuzberg entstand sein erster eigener Tanzabend.
Kurt Steigerwald wechselte als 1. Solotänzer und stellvertretender Ballettmeister zunächst an die Städtischen Bühnen Augsburg und dann als 1. Solotänzer und jüngster Ballettmeister der Bundesrepublik - mit 23 Jahren ans Pfalztheater Kaiserslautern. Weitere Stationen waren das Opernhaus Dortmund und das Raimundtheater Wien. Dort choreografierte er auch Filme mit Johannes Heesters, Zarah Leander, Fritz Muliar, den Kessler-Zwillingen und anderen Schauspielern dieser Zeit. Es folgten Engagements in Trier, Mainz, Bielefeld, Krefeld-Mönchengladbach, dem Opernhaus Graz, in Bremen und bei den Bad Hersfelder Festspielen. Steigerwald arbeitete am Deutschen Theater in München, am Theater des Westens in Berlin und an der Staatsoper Dresden, wo seine Inszenierung des "Feuervogels" und des "Wunderbaren Mandarins" begeistert aufgenommen wurde.
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Am 5. Januar 1966 schrieb das "Neue Deutschland" über den Ballettabend: "Kurt Steigerwald hat es als ein farbenprächtiges russisches Märchen inszeniert, ungemein locker in den Massenszenen, die er ebenso souverän beherrscht, wie die Führung der Solopartien. Der Beifall wollte kein Ende nehmen." Steigerwald erhielt postwendend einen Fünfjahresvertrag angeboten, hätte dafür aber seinen Reisepass abgeben müssen und lehnte schweren Herzens ab.
Wesentlich leichter fiel ihm 1972 nach dreijähriger Tätigkeit der Abschied vorn Oldenburgischen Staatstheater als unter den anstehenden Umbauarbeiten vor außen sein Ballett leiden sollte. Zusammen mit seiner Frau Thérèse Jolly, einer herausragenden Tänzerin, baute Steigerwald eine erfolgreiche Ballettschule auf, die vor drei Jahren als beste private Ballettschule Deutschlands ausgezeichnet wurde. Zur Zeit arbeitet Steigerwald an einer Choreographie mit dem Titel "Manege frei" für die kommende NWZ-Musikshow.
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 LITERATUR:
Bücher:
Eine Ballettschule erzählt ihre 15jährige Geschichte
(Eine Dokumentation in Wort und Bild von Kurt Steigerwald)
Tanzgeschichte
Musiktheorie für Tänzer
Stepptanz mit Kurt Steigerwald
Ballett-Libretti:
Ballett - Technik und Gestaltung
Black Joe
Chair
Der Kreisel
Jeunesse
Labyrinth
Medusa
Nachtigall und Rose
Sens unique
Zahlreiche Fachartikel und Rezensionen

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